School must go on

School must go on

Digitalisierung in Schulen

(Engl.) Apps für Lehrer und Eltern, Schulautonomie & Datenschutz – Über Bildung in Großbritannien mit Laura McInerney

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(***englisches Interview***)
Laura McInerney war sechs Jahre lang Lehrerin an einer Sekundarschule in London. Heute ist sie Journalistin für die britische Zeitung „The Guardian“ und Mitgründerin der Umfrage-Apps „Teacher Tapp“ und „Parent Ping“. Im Podcast „School must go on“ spricht sie über die Funktionsweise der beiden Apps, die Auswirkungen der Sparmaßnahmen der Regierung im Bildungsbereich und darüber, welche Rolle Schulautonomie und Datenschutz in Großbritannien spielen.

– Das Teilen von Informationen ist etwas Gutes –

Die App auf dem Handy der Lehrkräfte bzw. der Eltern pingt einmal am Tag und dann erscheinen Fragen, die beantwortet werden können. Nach der Teilnahme an der Umfrage kann man die Ergebnisse einsehen. „Wenn du eine Lehrkraft bist, bist du meistens nur in deinem eigenen Klassenzimmer und bekommst nicht zu sehen, was in den Klassenzimmern anderer Leute passiert“, so die Journalistin. Die Apps geben jedem die Möglichkeit, zu verstehen, was bei den Kollegen oder bei anderen Eltern passiert. „Wir benutzen diese Einblicke zum Informieren von Regierungen, politischen Entscheidungsträgern und Technologieunternehmen, damit sie ihr Produkt verbessern können“, erklärt Laura McInerney.
In England habe das Statistikamt „Teacher Tapp“ bspw. benutzt, um einen Blick auf die Arbeitsstunden der Lehrer zu werfen, und um herauszufinden, wie gut Bildung im Homeschooling funktioniert. „Wir konnten sehr genaue Statistiken erstellen, was wirklich fantastisch ist“, schwärmt die ehemalige Lehrerin. „Wenn man einmal das Gefühl überwunden hat, dass das Teilen von Informationen unangenehm ist und sich bewusst macht, dass es sogar positiv ist, sie zu teilen, werden gute Dinge passieren.“

– Kürzungen des Schulbudgets und deren Folgen –

2018 habe es über „Teacher Tapp“ die ersten Befragungen zu Laptops und digitalen Geräten an Schulen gegeben: „Wir haben gesehen, dass sie allmählich weniger benutzt werden“, so Laura McInerney. Der Grund dafür sei gewesen, dass es seit 2010 Sparmaßnahmen durch die Regierung gegeben habe, die auch zur Kürzung des Schulbudgets geführt haben. Die zehn Jahre davor sei viel Technik an die Schulen gebracht worden, sodass die gesamte Soft- und Hardware mittlerweile veraltet ist und Lizenzen nach und nach ausgelaufen sind, ohne dass sie erneuert wurden. „Als die Pandemie kam, waren wir sehr schlecht ausgestattet. Die meisten Schulen hatten vielleicht ein paar Laptops, aber es war insgesamt nichts, worin die Leute investiert haben“, resümiert die Mitgründerin. Es habe jedoch eine Entwicklung stattgefunden, sodass der Unterricht zu Hause im Vergleich zu den ersten Schulschließungen letztes Jahr deutlich besser funktioniert.

– Schulautonomie und Datenschutz –

In Großbritannien entscheiden die Schulen viel selbst und es gibt wenig Vorgaben durch die Bildungspolitik. Es gebe zwar sogenannte „academy trusts“, die ein Zusammenschluss verschiedener Schulen sind und somit auch gemeinsam Entscheidungen treffen, diese seien jedoch sehr selten, sagt McInerney. „Wir haben 24.000 Schulen, die alle ihr eigenes Ding machen, ohne einen strategischen Fokus und das im Kontext von Budgets, die seit etwa einem Jahrzehnt gekürzt werden“, so Laura McInerney.
Anbieter und Anwendungen wie Microsoft Teams und Google Classrooms hätten sich daher mit der Zeit an den Schulen durchgesetzt. „Wir haben kulturell bezüglich der Daten nicht die gleichen Bedenken wie in anderen Ländern. Wir haben auch nicht die gleichen Bedenken bezüglich des Arbeitens mit großen Konzernen“, erklärt die Journalistin. Dazu komme, dass man es in Großbritannien gewohnt sei, mit amerikanischen Produkten zu arbeiten und ebenso ein Englisch sprechendes Land sei. „Deshalb haben sich gewisse Anbieter wirklich guter Lernplattformen durchgesetzt.“

Zudem spricht Laura McInerney über ihre Arbeit als Journalistin, Lernmanagementsysteme und Schule während der Schulschließungen.

„Jetzt muss das Geld auch ankommen!“ – Über den Digitalpakt mit Achim Berg

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Achim Berg ist Präsident des Branchenverbands Bitkom und Miterfinder des Digitalpakts in Deutschland. Im Podcast „School must go on“ spricht er über den Weg zum Digitalpakt, was er von mehr Schulautonomie hält und was er sich bezüglich des Datenschutzes wünscht.

– Lange Diskussionen zwischen Bund und Ländern –

„Was wir bei Bitkom möchten, ist, nicht immer nur zu maulen, sondern auch wirklich zu versuchen, die Dinge zu verbessern“, erklärt Achim Berg. So sei es auch damals zu den Überlegungen bezüglich des Digitalpakts gekommen. Es habe lange Diskussionen zwischen Bund und Ländern gegeben. „Die Bundesregierung hat erkannt, dass man bei dem Thema Digitalisierung was Gemeinsames machen muss. Es kam daher die Frage auf, wie man als Bund Gelder zur Verfügung stellen kann, ohne in die Autorität der Länder einzugreifen.“ Letztlich sei es nach einigen Monaten zu einer Einigung gekommen und es wurden den Schulen 5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Von dieser Summe seien bis zuletzt jedoch nur knapp 5 % verausgabt worden. „Ich habe mich sehr gewundert, warum das so schleppend geht, weil wir doch Defizite haben, die wir mittlerweile überdeutlich sehen“, so Achim Berg. Ein großes Problem sei dabei die Beantragung der Gelder. So habe er beispielsweise einen 43 Seiten langen Antrag handschriftlich ohne Tool ausfüllen müssen. „Es ist eine hohe Summe, die zur Verfügung steht, aber jetzt muss es auch ankommen!“

– Mehr Schulautonomie? –

„Ich glaube, wenn man den Schulen direkt einen gewissen Betrag mit einer vernünftigen Empfehlung zur Verfügung gestellt hätte, wäre das in Summe besser gewesen“, so Achim Berg. Ein Großteil der Schulen hätten sich davon Infrastruktur gekauft, hätten dafür gesorgt, dass Lehrer/-innen ausgebildet werden und hätten sich schnelleres Internet geholt. „Eventuell wären nicht alle Gelder toll verwaltet oder genutzt worden, aber ich bin mir sicher, dass es insgesamt zu mehr Erfolg geführt hätte“, erklärt Achim Berg. „Wir haben viele verantwortungsvolle Schulleiter/-innen und Lehrkräfte, da ist es ein Trugschluss, zu glauben, dass ein/-e Verwaltungsangestellte/-r besser entscheiden kann, was eine Schule braucht.“

– Datenschutz als Blockade –

„Datenschutz ist wichtig und richtig. Aber: Ich verlange von einem Datenschützer, dass er mir nicht sagt, was nicht geht, sondern mir sagt, was geht“, appelliert der 56-Jährige. So sei es auch an den Schulen wichtig, dass man den Lehrkräften sagt, welches Tool sie nutzen können. „Das Datenschutzthema blockiert sehr viel, aber nur weil wir nicht klar sagen, was erlaubt ist. Wir lassen die Lehrer/-innen da im Regen stehen“, so Achim Berg. Dabei könne man auch die Schullösungen von Google und Microsoft datenschutzkonform einsetzen. „Es kann doch niemand an lange entwickelten, gut funktionierenden Werkzeugen vorbeischauen. Deshalb bin ich bei amerikanischen Unternehmen dafür, solange es nicht werblich genutzt wird, und das ist bei den Schulversionen absolut gegeben“, erklärt der Bitkom-Präsident. „Es muss doch vor allem in der aktuellen Situation das Recht auf Bildung erfüllt werden. Wenn man da das Thema informationelle Selbstbestimmung vorschiebt, vermischt man zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben!“

Außerdem spricht Achim Berg über Breitbandanschlüsse an Schulen, die Ambitionslosigkeit unter Bildungspolitikern und wie wir auf 2020/2021 zurückblicken werden.

“We are thinking of students as whole human beings” – about education in Denmark with Jeppe Bundsgaard

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Jeppe Bundsgaard is a professor at the Danish school of education and the Danish representative at the world wide ICILS Study, which compares computer and information literacy of students around the world.
In the podcast “School must go on” talks Jeppe Bundsgaard about how students are treated at Danish schools, the role of grades and digitization in the Danish education system.

– Students and teachers are almost on the same level –

With the education reform in Europe, Denmark has tried to develop a school system that is more student-centered, more project-based and more about developing whole human beings. “It’s not much time that we spend on stupid drills and practice getting correct answers to really simple questions,” the education expert says.
Therefore, the relationship between teachers and students in Denmark is also on equal terms. “They talk to each other like being almost on the same level,” Jeppe Bundsgaard explains. For example, occasional jokes by students in class are welcomed by teachers and both students and teachers are called by their first names. “I think it’s an important basis for good education.”

– Too focused on preparing for exams instead of life –

A few years ago there were no exams and grades in Danish lower secondary schools. “There was a test you could take when you left school and then you could also get grades. But you were not forced to take this exam,” the professor says. Today, he says, it is mandatory to take the exam and get grades from 8th or 9th grade on at the latest. Sometimes even before in order to practice. “In my opinion we have gone towards more focus on exams and grades way too much because it has a backlash on how things are done,” Jeppe Bundsgaard explains. “Teachers are too worried about the exams. They are too focused on preparing students for exams instead of focusing on preparing them for life.”

– Digitization of education –

The Danish school system started getting digitized very early. “In the 60s we had the first professor of computer science. He worked very seriously on getting computer science into basic education,” explains the IT expert. This professor laid the groundwork for computers being a core part of how people in Denmark have been thinking about education since then. “Around the year 2000 almost all schools in Denmark were connected to the internet and computers started getting a big part of life. Since 2015 you wouldn't go to a school without ICT being completely integrated into teaching and learning,” sums up Jeppe Bundsgaard. Overall, he says, the ministry of education has been pushing for integration and development of 21st century skills. “In our curriculum there are three cross cutting areas: entrepreneurship and Innovation, ICT and language awareness. Those three should be part of all subjects.”
Jeppe Bundsgaard also talks about the collaboration between the different stakeholders, innovative schools, autonomy in schools, establishing of digital learning materials and school during Corona in Denmark.

Lehrer werden Begleiter, Schüler werden Gestalter – Über das Projekt „aula“ mit Marina Weisband

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Marina Weisband ist Psychologin und Beteiligungspädagogin. Die ehemalige politische Geschäftsführerin der Piratenpartei engagiert sich heute bei den Grünen in den Bereichen Digitalisierung und Bildung. Seit 2014 leitet sie das Projekt „aula“ - ein Beteiligungskonzept, das Jugendlichen aktive Mitbestimmung an den Regeln und Angelegenheiten ihrer Schule oder einer außerschulischen Organisation ermöglicht. Im Podcast „School must go on“ spricht Marina Weisband über die Ideen und Ziele hinter dem Projekt sowie das Rollenverständnis der Lehrkräfte.

– Die drei Teile von „aula“ –

Das Projekt besteht aus drei Teilen: 1. Eine Open-Source-Software, die leicht zu bedienen sei und die Jugendlichen dabei begleite, einen Beteiligungsprozess zu strukturieren, protokollieren, diskutieren und zu verbessern. 2. Ein Unterrichtskonzept, also die didaktische Begleitung des Prozesses, das Lehrer/-innen beibringt, das Projekt sinnvoll zu begleiten. 3. Ein verbindlicher Vertrag, mit dem sich die Schule freiwillig verpflichtet, alle Ideen von „aula“ in einem bestimmten Rahmen mitzutragen.
„Die Idee entstand in meiner Zeit bei den Piraten. Wir waren lauter junge Leute und wir stellten fest, dass das einzige, was die meisten von uns über unsere Demokratie gelernt hatten, das Organigramm war. Ich kam dann zu der Erkenntnis: Demokratie muss man nicht nur wollen, man muss sie auch können“, erklärt Marina Weisband.

– Das Rollenverständnis der Lehrkräfte –

Es gebe immer wieder Skepsis unter den Lehrkräften, bevor „aula“ an einer Schule eingeführt wird. „Des Öfteren hören wir von Lehrkräften die Angst ‚Schüler können etwas beschließen, was wir gar nicht wollen‘“, so die Diplom-Psychologin. Das Rollenverständnis der Lehrer/-innen sei deshalb bei der Einführung von „aula“ sehr wichtig. Was ist eine Lehrkraft? Welche Aufgaben hat sie? Woraus speist sich Autorität und wie kann ich mit dem Kontrollverlust umgehen? Das seien nur einige der Fragen, die im Rahmen dessen aufkommen. „Wir arbeiten eigentlich an ganz intimen Themen der Organisationsentwicklung“, fasst Marina Weisband zusammen. „Im besten Fall verändern wir durch die Einführung von „aula“ die Rolle der Lehrkräfte von Autoritäten hin zu Begleitern und die der Schüler/-innen von Konsumenten hin zu Gestaltern.“

– Mehr Macht für die Schüler –

„Wir haben schon oft die Bedenken von Schüler/-innen gehört: ‚Warum sollen wir uns denn beteiligen, die Lehrer/-innen machen doch eh, was sie wollen‘. Das ist da, wo dieses ‚Die da oben machen doch eh, was sie wollen‘ anfängt und das ist der Einstieg in Populismus“, sagt die Beteiligungspädagogin. Das oberste Ziel von „aula“ sei daher das empowern der Schüler/-innen und das Erleben von Selbstwirksamkeit und einer eigenen Rolle in der Gesellschaft, die als aktive Rolle verstanden wird. So wurde beispielsweise schon ein Smartphone-Tag an einer Schule beschlossen, an dem alle Lehrkräfte ihren Unterricht mithilfe des Smartphones machen müssen. Oder Lehrkräfte wurden mithilfe eines Crowdfundings auf eine Fortbildung zum Thema „Smartboards“ geschickt. „‚aula‘ bringt die Schüler/-innen in das verbindliche Umsetzen ihrer eigenen Visionen.“

Außerdem spricht Marina Weisband über das Problem der Finanzierung, die Auswirkungen der coronabedingten Schulschließungen auf das Projekt, Schulentwicklung in Deutschland, Datenschutz bei der Wahl der Software und den Digitalpakt.

(Engl.) Live-Unterricht via Google, Zoom und Co. – Über Bildung in Polen mit Joanna Juszczyk

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(***englisches Interview***)
Joanna Juszczyk ist seit 18 Jahren Englischlehrerin in Polen. Davon war sie die meiste Zeit an einer Mittelschule tätig. Seit drei Jahren arbeitet sie als Lehrerin an einer Grundschule. Vergangenes Jahr gewann sie den polnischen Wettbewerb „Brainly Educator of the Year 2020“ in der Kategorie Geisteswissenschaften. Im Podcast „School must go on“ spricht Joanna Juszczyk über das Schulsystem in Polen, wie dort derzeit der Unterricht stattfindet und über Tests.

– Schulreform in Polen –

Vor vier Jahren habe es in Polen eine große Bildungsreform gegeben. Zuvor seien Kinder zunächst auf eine Grundschule, dann auf eine Mittelschule und letztlich auf eine Oberschule gegangen. Im Rahmen der Reform wurde die Mittelschule jedoch abgeschafft und die Kinder verbringen nun acht Jahre auf der Grundschule. „Es ist nun genauso wie damals, als ich zur Schule gegangen bin, aber das ist halt mehr als 20 Jahre her“, merkt Joanna Juszczyk an. Es sei für die Reform nichts geplant gewesen, sodass die Grundschulen nun zu wenig Klassenräume und somit zu große Klassen haben. „Die Reform war nicht vorbereitet und sie wurde zu schnell eingeführt“, appelliert die Lehrerin. „Ich habe das Gefühl als Lehrerin, dass es sich nicht zum Guten für die Schüler/-innen verändert hat.“

– Über das ständige Testen und Benoten –

Im polnischen Bildungssystem sei das Benoten der Kinder ein großer Bestandteil. Dadurch gebe es auch immer wieder und in allen Fächern Tests. „Die Lehrer/-innen können sich nicht vorstellen, Kinder zu unterrichten, ohne ihnen Tests zu geben“, erklärt Joanna Juszczyk. Der ganze Unterricht sei darauf ausgelegt, die Kinder auf die vielen Tests vorzubereiten und es bleibe keine Zeit für Konversationen oder Projekte. „Insbesondere in Englisch brauchen sie die Fähigkeit für ihr Leben, nicht für Tests. Sie müssen sprechen und die Sprache benutzen und nicht Tests schreiben“, erklärt die Grundschullehrerin.

– Live-Unterricht während Corona –

In Polen werde der Lehrplan und alles den Unterricht Betreffende durch das dortige Bildungsministerium vorgegeben. „Es gibt einen Lehrplan für das gesamte Land“, so die Pädagogin. Die lokalen Verwaltungen seien lediglich für organisatorische Aufgaben, wie das Renovieren von Schulgebäuden oder die Beschaffung von Computern zuständig.
Anlässlich der ersten Schulschließungen im Frühjahr 2020 habe das Ministerium dann viel Autonomie und damit auch Verantwortung an die Schulen abgegeben. „Das war einerseits gut, weil es pragmatisch ist. Andererseits ging damit die ganze Verantwortung für die Dinge, die passieren und vielleicht auch nicht gut laufen, auf die Direktoren über“, erklärt Joanna Juszczyk.
Nachdem der Unterricht während der ersten Schulschließungen noch viel aus dem Zusenden von Materialien bestanden habe, sei es mittlerweile üblich, den normalen Stundenplan als Live-Unterricht über Google, Zoom oder Microsoft abzuhalten und seine Schüler/-innen täglich zu sehen. „Die Direktoren haben über den Sommer gute Arbeit geleistet, was das Vorbereiten der Lehrkräfte und Organisieren des Unterrichts angeht“, lobt die Englischlehrerin. „Ich habe beobachtet, dass Kinder diesen Kontakt, wenn auch nur online, wirklich brauchen!“

Außerdem spricht Joanna Juszczyk über den Lehrkräftemangel in Polen, ihre Meinung zu Schulbüchern und was ihre Wünsche an das Bildungsministerium sind.

„Bildung kann Freude machen“ – Über begegnungsorientierte Pädagogik mit Uli Marienfeld

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Uli Marienfeld ist seit 36 Jahren „Pädagoge aus Leidenschaft“ und derzeit stellvertretender Schulleiter an der evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ). In seinem 2020 veröffentlichten Buch „Offene Türen“ schreibt er darüber, wie eine begegnungsorientierte Pädagogik an Schulen umgesetzt werden kann. Im Podcast „School must go on“ spricht Uli Marienfeld über den Unterricht an der ESBZ, wie Schule und Schüler/-innen von neu gewonnener Lebenserfahrung profitieren und was er mit seinem Buch bewirken möchte.

– Lernen an der ESBZ –

An der ESBZ findet jahrgangsübergreifender Unterricht der Klassenstufen sieben bis neun statt. „Die Annahme im deutschen Bildungssystem, dass alle 14-Jährigen in allen Fächern gleich weit sind, ist Unsinn“, erklärt der Pädagoge. Kinder seien unterschiedlich begabt, entwickeln sich unterschiedlich und haben unterschiedliche Interessen. „Durch den jahrgangsübergreifenden Unterricht kommen wir gar nicht auf die Idee Durchschnittsunterricht für den/die Durchschnittsschüler/-in zu machen, weil wir immer wieder die bereichernde Erfahrung machen, wie toll es ist, auf der einen Seite Schüler/-innen zu fördern, die besonders begabt sind, und auf der anderen Seite Schüler/-innen mitzunehmen, die in einzelnen Fächern Defizite haben“, berichtet Uli Marienfeld. Außerdem seien dadurch alle gewohnt, sich gegenseitig zu unterstützen. Ulis pädagogisches Credo: „Schule kann etwas Schönes sein und Bildung kann Freude machen!“ Und das versuche er, stets bei seiner Arbeit an der ESBZ zu berücksichtigen.

– Jedes Schuljahr eine neue Herausforderung –

Ab der achten Klasse beginnen die Schüler/-innen der ESBZ jedes Schuljahr mit einem selbstgewählten Projekt, der sogenannten Herausforderung. „Jede/-r reicht vor den Sommerferien ein Projekt ein, dem er/sie sich in den ersten drei Wochen des neuen Schuljahres widmen will“, erklärt Uli Marienfeld. So habe es beispielsweise schon Kanutouren durch die mecklenburgische Seenplatte als Herausforderungen gegeben. Es wurden Strände an der Ostsee aufgeräumt oder auf einem Biobauernhof geholfen. „Die Schüler/-innen kommen nach diesen drei Wochen mit einer unfassbaren Lebenserfahrung zurück“, schwärmt der Schulleiter. „Schule ist dadurch plötzlich ein Lebensraum, der mit ihrem Leben etwas zu tun hat und nicht nur aus Büchern kommt.“

– Über das Buch „Offene Türen“ –

Mit seinem Buch „Offene Türen“ habe Uli Marienfeld sich bemüht, aufzuschreiben, was er erleben konnte. Ein wichtiger Hinweis, den er dabei immer wieder betone, sei: „Versucht nicht, das zu kopieren, sondern habt Mut, euer Ding zu machen und seht, dass es eigentlich überall offene Türen gibt. Schule ist so viel freudvoller, wenn ihr selber diese Türen seht und versteht, dass Schule auch ein Ort sein kann, an dem ihr anderen Türen öffnet“, so der Autor. Als Schulleiter müsse man beispielsweise nicht alles selber machen, sondern könne das Potenzial der Lehrer/-innen und Schüler/-innen erkennen und ausschöpfen. „Ich hoffe, dass mein Buch einen Beitrag dazu leistet, dass Menschen sich einfach auf den Weg machen und nicht warten, bis die perfekte Revolution da ist.“

Außerdem spricht Uli Marienfeld über Perfektionismus bei der Weiterentwicklung von Schule, seine Vision von Schule in Deutschland, Schule nach Corona und die Gründung neuer Schulen.

„Die Umsetzung ist das Problem“ – Schule aus Sicht eines Schülers mit Joshua Grasmüller

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Joshua Grasmüller engagiert sich bereits im zweiten Jahr als Landesschülersprecher für die Gymnasien in Bayern. Darüber hinaus hat er 2020 sein Abitur gemacht und hat hautnah die Auswirkungen der Schulschließungen und weiteren coronabedingten Maßnahmen auf Unterricht, Prüfungen und Co. miterlebt. Im Podcast „school must go on“ spricht Joshua über Schule während Corona, die Umsetzung von Entscheidungen und den Umgang mit Lehrkräften.

– Es gab zu wenig Evaluation –

Der zweite Lockdown in Deutschland und die erneuten Schulschließungen seien vorhersehbar gewesen. „Man hätte sich besser darauf vorbereiten müssen. Da hat das Kultusministerium gepennt“, so der 18-Jährige. Erkenntnisse aus der ersten Schulschließung seien zu wenig evaluiert und ausgewertet worden. Der Hybridunterricht hätte dabei nicht nur finanziell unterstützt werden müssen, sondern ganzheitlich und ideell. „Man hätte bessere Konzepte aufstellen müssen als Hilfe für die Schüler/-innen und die Lehrkräfte“, erklärt Joshua Grasmüller. „Ich hätte mein Ohr nah an der Praxis gelassen und die Erkenntnisse für die Zukunft genutzt.“

– Das Problem mit der Umsetzung –

„Man hört uns als Landesschülervertretern zu, aber über das Hören geht es dann meistens nicht hinaus“, sagt der ehemalige Gymnasiast. „Es gibt alle zwei Wochen Treffen in der fast gleichen Runde und es kommen immer die gleichen Argumente. Alle wollen im Grunde das Gleiche. Die Umsetzung ist das Problem. Da mahlen die Mühlen sehr langsam.“ Diese Trägheit bei Verwaltungsprozessen sei insbesondere in der aktuellen Situation fatal, da es sich um eine schnelllebige Krise handle, die schnelle Entscheidungen und Umsetzungen erfordere.

– Lehrer/-innen mehr wertschätzen –

„Es wird immer wieder unterschätzt, was Lehrkräfte leisten und welcher starken Belastung sie ausgesetzt sind“, erklärt Joshua Grasmüller. Lehrkräfte seien in der Verantwortung, die Schüler/-innen zu motivieren, sie mitzunehmen und ihnen etwas beizubringen. Da seien die Schulschließungen und die plötzliche Umstellung des Unterrichts eine große Herausforderung gewesen. Wenn etwas nicht funktioniert, sei es leicht, den Fehler bei denen zu suchen, die es umsetzen. Aber es liege meist auch an anderen Gruppen, die am Schulalltag beteiligt sind. „Es ist wichtig, Lehrer mehr wertzuschätzen“, appelliert Joshua.

Außerdem spricht Joshua Grasmüller über den Lehrermangel, die Digitalisierung an seiner ehemaligen Schule, seinen Abschluss und wie Lehrer von Schülern lernen können.

Kontakt: https://lsr.bayern/kontakt/

(Engl.) „Kostenlose Bildung ist die Grundlage für Chancengleichheit“ – Über Schule in Finnland mit Pekka Peura

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(***englisches Interview***)
Pekka Peura ist mit seinem facettenreichen Engagement ein Experte für das finnische Bildungssystem und ein Superstar unter finnischen Lehrkräften. Er ist Country Manager von Kahoot DragonBox AS, Direktor der „StartUp High School“, Gründer einer finnischen Plattform für Lehrerweiterbildung und war 10 Jahre lang selbst als Lehrer in Finnland tätig. Im Podcast „school must go on“ spricht er über seine verschiedenen Tätigkeiten und das finnische Bildungssystem.

– In adaptiven Lerninhalten liegt großes Potenzial –

„Wahrscheinlich wäre es besser, sich auf eines meiner Projekte zu konzentrieren, aber ich möchte die Probleme im Bildungssystem von möglichst vielen Seiten angehen“, erklärt Pekka Peura. Dabei sei es egal, mit welcher Klassenstufe oder mit welchen Lehrern man arbeite, da die grundsätzlichen Probleme und somit auch die Lösungen die gleichen seien. „Die Grundlösung gilt für jeden Menschen, egal wie alt er ist“, sagt er dazu. Eines dieser Probleme sei, dass es kaum adaptive Lerninhalte gebe. „Das große Potenzial bei der Gestaltung unserer Bildungskultur liegt aus meiner Sicht im adaptiven Lernmaterial“, so Peura. Ein Hindernis sei jedoch die Sprache: „Niemand wird die besten Lernmaterialien für die finnische Sprache entwickeln. Wir müssen das selbst tun.“

– Finnische Schulen sind mit digitalen Endgeräten gut ausgestattet –

Vor 10 Jahren habe es in Finnland Diskussionen bezüglich des WLANs an Schulen gegeben. Damit sei gleichzeitig auch die Debatte um digitale Endgeräte gestartet. Das „Final Exam“ an der weiterführenden Schule sei vor 5 Jahren in ein digitales Examen geändert worden, sodass jeder Schüler seinen Computer mit zu Schule bringen musste, um das Examen ablegen zu können. „Es war ein sehr schneller Wandel. Davor hatte niemand seinen Computer im Unterricht und nun nimmt ihn jeder mit“, erklärt der Lehrer. Finnland bewege sich seither auf eine 1-zu-1-Ausstattung mit digitalen Endgeräten an allen Schulen zu. „Alles in allem sind wir in einer recht guten Verfassung, was die Ausstattung angeht“, sagt Pekka Peura. So seien beispielsweise auch WLAN, Mailadressen für Schüler und so etwas wie Lernmanagementsysteme schon vor 10 Jahren etabliert worden.

– Die Bedeutung kostenloser Schule –

Schule in Finnland sei derzeit bis zu 9. Klasse komplett kostenlos. „Lehrer können ihre Schüler nicht, wie zum Final Exam, dazu auffordern, ihre Laptops mit in die Schule zu bringen. Schule ist in Finnland kostenlos, also muss alles kostenlos sein – auch die Laptops“, so Peura. Schüler/-innen in Finnland müssen also theoretisch nichts mit zur Schule bringen, da Tablets, Bücher, Stifte und sogar das Essen von der Schule bereitgestellt werden. Man brauche also kein Geld, um Bildung für sein Kind zu erhalten. „Das ist die Grundlage für Chancengleichheit“, erklärt der gebürtige Finne.

Außerdem spricht Pekka Peura über seine Meinung zum deutschen Bildungssystem, die Finanzierung der Digitalisierung an finnischen Schulen, die Bedeutung der Freizeit und die Rolle der Lehrkräfte.

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/pekka-peura-66b32a46/
Twitter: https://twitter.com/peurapekka
Startup High School: https://highup.org/
Plattform für Lehrerweiterbildung: https://eduhakkerit.fi/

„Wer meckert, muss auch was tun“ – Über die Schulapp „Sdui“ und ihre Entstehung mit Gründer Daniel Zacharias

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Als Schulprojekt an einem privaten Gymnasium im Westerwald 2015 gestartet wird „Sdui“ heute von ganzen Städten und Landkreisen als Standard für DSGVO-konforme Schulkommunikation eingesetzt. Im Podcast „school must go on“ spricht einer der Gründer, Daniel Zacharias, über die Entstehung und die Arbeit von Sdui sowie die Rolle der Lehrkräfte.

– „Wer meckert, muss auch was tun“ –

Entstanden sei die Idee als Daniel Zacharias selbst noch Schüler war. Er habe gemeinsam mit Mitschülern festgestellt, wie wenig Digitalisierung an Schulen etabliert sei: „Man quält sich morgens für die erste Stunde aus dem Bett und stellt dann in der Schule fest, dass die erste Stunde ausfällt. Da haben wir uns gefragt, wo es hakt“, berichtet der 21-Jährige rückblickend. Auf das Problem angesprochen habe der damalige stellvertretende Schulleiter gesagt: „Macht’s doch besser!“. „Unsere Philosophie ist seither ‚Entweder man meckert, aber dann muss man auch was tun, oder man akzeptiert, wie es ist, dann darf man aber nicht meckern‘. Zwischen einem von beiden muss man sich entscheiden“, erklärt der Gründer. Die Idee für Sdui sei schließlich bei dem Versuch, ihr Problem selbst zu lösen, entstanden.

– Sicher, aber auch einfach kommunizieren –

Anfangs ging es bei Sdui nur um Online-Stundenpläne. Nach und nach sei dann auch die Kommunikation zwischen Lehrkräften, Schülern und Eltern dazugekommen. „Wir wollten Lehrern einen Weg aufzeigen, wie sie sicher, aber auch einfach kommunizieren können“, resümiert Daniel Zacharias. Zunächst habe es dafür einen Messenger gegeben, über den die Lehrkräfte mit ihren Klassen oder Kursen DSGVO-konform kommunizieren konnten. „Wir haben irgendwann gemerkt, es gehört mehr zur Kommunikation als eine Textnachricht“, erklärt der Gründer und so seien immer mehr Funktionen, wie digitale Klassenräume oder eine Cloud, hinzugekommen. Auch Krankmeldungen oder Elternbriefen können über Sdui verschickt werden „Die Anwendung von Sdui sollte für alle Schulgruppen passen. Egal ob Berufsschule, Grundschule oder weiterführende Schule.“

– Digitalisierung funktioniert nur, wenn man alle mitnimmt –

Einen großen Teil der Teamstruktur mache bei Sdui der Bereich „customer success“ aus, also die Kommunikation mit den Schulen und Lehrkräften. „Schulen kaufen uns, weil sie jeden Schüler sicher erreichen“, erklärt Daniel Zacharias. Damit die Kunden weiterhin zufrieden sind und ihre Kommunikation mit den Schüler/-innen gewährleistet ist, werde viel mit den Lehrkräften gesprochen und ihnen bei der Benutzung geholfen. „Wir wollen jedem Lehrer das Gefühl geben, dass digitale Bildung nicht schwer ist“, führt Zacharias dazu aus. „Wir glauben Digitalisierung funktioniert nur, wenn man wirklich jeden mitnimmt.“

Außerdem spricht Daniel Zacharias über die Funktionsweise und Finanzierung von Sdui sowie die Bedeutung des Datenschutzes.

Sdui: https://sdui.de/
Twitter: https://twitter.com/sduiapp
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/daniel-zacharias-b25854135/

„Education Outside The Classroom“ – Über das Schulsystem in Neuseeland mit Verena Friederike Hasel

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Verena Friederike Hasel zog im Jahr 2017 mit ihrer Familie nach Neuseeland und war dort von der Schule ihrer Kinder positiv überrascht. Als Journalistin besuchte sie daraufhin diverse Schulen in unterschiedlichen Gegenden Neuseelands, um mehr über das neuseeländische Schulsystem zu erfahren: „Nicht die Schule meiner Kinder war eine Ausnahme, das ist ein Ausnahmesystem!“, sagt Hasel.
Ihre Eindrücke schrieb sie schließlich nieder. Das Buch „Der tanzende Direktor: Lernen in der besten Schule der Welt“ wurde im Jahr 2019 veröffentlicht.
Im Podcast „school must go on“ spricht Verena Friederike Hasel über ihr Buch, die Rolle der Lehrkräfte und den Unterricht in Neuseeland.

– Ein Pyjamatag für Schüler-/innen & Lehrer/-innen –

Nach dem ersten Corona-Lockdown in Neuseeland sei es für die Schüler schwer gewesen, wieder regelmäßig in die Schule kommen zu müssen. Daraufhin sei ein Pyjamatag eingeführt worden, an dem die Schüler, aber auch die Lehrkräfte, im Pyjama zur Schule gekommen seien. „Das hat mich überrascht. Das würden sich Lehrkräfte in Deutschland nicht so einfach trauen“, sagt die Autorin dazu. „Lehrer haben in Deutschland einen schweren Stand. Sie müssen sich ständig bemühen, ihre Autorität zu wahren und werden dazu viel angefeindet und kritisiert“, bemängelt Hasel. Da fehle ihnen letztlich auch das Selbstbewusstsein, um im Pyjama in die Schule zu kommen.
„Mein Buch soll Impulse geben und Mut machen“, sagt die 42-jährige Autorin. Es solle Lehrkräften in Deutschland zeigen, wie Unterricht auch funktionieren kann und ihnen Ideen für den eigenen Unterricht mit an die Hand geben.

– Fortbildungen für Lehrkräfte als Prozess –

„Lehrer müssen in Neuseeland alle drei Jahre ihre Lizenz erneuern, um weiter unterrichten zu dürfen“, beginnt Verena Friederike Hasel, vom neuseeländischen Fortbildungssystem zu erzählen. Dem zugrunde liege das Prinzip des lebenslangen Lernens. „Lehrer sind Menschen, die Lehrer werden, weil sie im Leben von Kindern etwas bewirken wollen. Das ist auch die Annahme im neuseeländischen Bildungssystem. Es wird also immer eine gute Intention angenommen.“ Eine Lehrkraft könne sich jedoch auch immer noch weiterentwickeln.
Ein Fortbildner komme dafür in Neuseeland mehrmals an eine Schule. Beim ersten Mal unterrichte er selber, sodass Lehrkräfte zuschauen können. Beim zweiten Mal plane er mit den Lehrkräften den Unterricht und gehe auf konkrete Fragen ein und beim dritten Mal sei er dabei, wie eine Lehrkraft unterrichtet. „Fortbildner sind in Neuseeland erfahrene Lehrer, die den nächsten Schritt gehen und Mentoren werden“, berichtet die Journalistin.

– Freiheit in klaren Grenzen –

Früher habe Bildung und Unterricht viel aus Auswendiglernen bestanden, das habe sich geändert, seitdem man Wissen einfach aus dem Internet abrufen kann. „Heutzutage geht es vielmehr um Kreativität, Offenheit, Neugier, Flexibilität, Selbstliebe und Fragen wie ‚Wer bin ich?‘“, erklärt Hasel. Eben diese Annahme finde sich auch im neuseeländischen Bildungssystem wieder. So gebe es beispielsweise das Schulfach „Education Outside The Classroom“, in dem die Schüler/-innen genau solche Fähigkeiten lernen sollen. Im Rahmen dieses Fachs gehen die Kinder auch in den Wald, um dort zu lernen, mit Einsamkeit umzugehen.
Es gebe jedoch auch Bereiche, in denen Unterricht in Neuseeland sehr streng sei. So lege beispielsweise jede Schule sogenannte Schulwerte fest, deren Einhaltung sehr stark kontrolliert wird. Außerdem werde viel Wert darauf gelegt, dass die Kinder schon früh gut lesen und schreiben können. Auch das werde streng kontrolliert und eingefordert. „Es ist Freiheit in klaren Grenzen“, beschreibt die Autorin das neuseeländische Schulsystem.

Außerdem spricht Verena Friederike Hasel über die Schulreform und die Verteilung von Geldern in Neuseeland sowie weitere veranschaulichende Beispiele aus den Schulen, die sie besucht hat.

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/verena-friederike-hasel-a919a71aa/

Über diesen Podcast

Der Podcast „School must go on“ entstand während der Schulschließungen im Frühjahr 2020. Für Bildungsunternehmer Stephan Bayer (sofatutor.com) und Podcaster Philipp Glöckler war klar, dass das Lernen immer weitergeht – auch wenn es zunächst unvorstellbar schien.

Mit spannenden Denkanstößen und gelungenen Praxisbeispielen macht Stephan Bayer den Schulen Mut, sich nachhaltig und sinnstiftend weiterzuentwickeln. Er tauscht sich dazu jede Woche mit Lehrkräften, Bildungsexpert*innen und Familien über Themen wie Krisenmanagement, digitale Bildung oder neue Lernkonzepte aus. Seine Gäste zeigen, dass neue Bildung unkompliziert gelingen kann, wenn man mit Herz und Verstand zur Tat schreitet.

Für Ideen & Anmerkungen:

podcast@sofatutor.com

Für mehr Infos:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/bayerstephan/

Twitter: https://twitter.com/stephan_bayer_

Web: https://www.sofatutor.com/

von und mit Stephan Bayer

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